Jetzt ist die Zeit vor Ort zu helfen

Eure Hilfe wird so dringend gebraucht und ihr könnt unglaubliche Menschen kennenlernen. Vielleicht überzeugt euch was unser Kumpel Louis geschrieben hat, der grad erst nach neun Monaten in Calais nach Hause zurückgekehrt ist.

„Ich bin kein Fan davon, Sachen online zu teilen, aber jetzt muss es mal sein: Ich bin vor einer Woche nach Großbritannien zurückgekehrt und habe fast 9 Monate im sogenannten „Dschungel von Calais“ und im Camp in Grande Synthe gearbeitet. Es ist schwierig und frustrierend, zu versuchen, auch nur einen Bruchteil der materiellen Bedürfnisse von Tausenden von verzweifelten und enteigneten Menschen zu versorgen, während man mit begrenzten Ressourcen, Polizeigewalt, ungewissem Nachschub und niemals genug Freiwilligen inmitten einer unsteten politischen Situation und einer konsequenten Staatsapathie zurechtkommen muss. Andere haben detailliert beschrieben, wie es ist dort zu arbeiten, über die beiläufigen Demütigungen und die Verschlechterung, die täglich die Flüchtenden täglich treffen, und haben einen besseren Job gemacht, als ich je konnte.

Was ich sagen möchte, ist, dass es in diesem großen Ganzen ein unglaubliches Geschenk ist, mit einer ganz unglaublichen Gruppe von Menschen zu arbeiten. Die Freiwilligen von L’auberge des migrants international, Refugee Community Kitchen, Utopia 56 und den anderen Gruppen, die dort arbeiten, sind einige der mutigsten, energischsten, kreativsten, großzügigsten, intelligentesten, stärksten und allgemein verdammtnochmal vergnügtesten Personen, von denen ich das Glück hatte sie kennenzulernen. Inmitten von Mangel und Entbehrungen, des Zorns und des Leidens ist ihre anhaltende Widerstandsfähigkeit ein Licht in der Dunkelheit und ein erhobener Mittelfinger für die Institutionen, die nur mit den Schultern zucken und murmeln, dass jemand anderes für das Problem zuständig ist. Mir fehlen die Worte um richtig auszudrücken, was ich für sie fühle – aber Alun, Leo, Julia, Freddie, Nigel, Seamus, Amelia, Lorbeer, Ellen, Josh, Dan, Alex, Ellie, Aamer, Keziah, Nick, Françoise, Rose, Evie, Sonntag, Elisabeth, Jack, Fee, Clancy, Thom, Yahia, Alan, Dan, Renke, Ugo, Charlotte, Leo, Helena, Nath, Geoff, Jóhann, Margot, Joshua, Adrian und all die Hunderte von anderen, mit denen ich in den letzten Monaten gearbeitet, gesprochen, gelacht, geweint, gesungen, getanzt und mich betrunken habe: Ihr seit die schönsten Menschen, die ich je getroffen habe. Ich liebe euch alle.

(P.S.: Ich habe so viele Leute zu erwähnen vergessen, es ist nicht persönlich gemeint. Es ist nur so, dass es Mitten in der Nacht ist und ich bin sehr müde und ziemlich emotional. Mögen alle eure Jacken mittel und klein sein. [Jede*r der*die mal im Warehouse gearbeitet hat, weiß dass es immer an Jacken in den Größen S und M mangelt. Und an Schuhen in Größe 42. Aber Schuhe waren offensichtlich nicht Louis‘ Fachgebiet.])“

Zweifelt jetzt noch irgendjemand hier daran, dass er*sie mal hinfahren sollte?!?