Mit wem wir arbeiten

Wir arbeiten mit verschiedenen Organisationen vor Ort, die wir alle persönlich kennen. Hier wollen wir euch einen kleinen Überblick geben.

In Calais gibt es ein Lagerhaus, das sogenannte Warehouse, das von Help Refugees und L’Auberge des Migrants betrieben wird. Von diesem Lagerhaus aus werden die Aktivitäten in Nordfrankreich (Calais, Grande Synthe/Dünkirchen, kleinere Camps) koordiniert. Es gibt aber auch Koordination in Richtung Paris, Griechenland, Syrien usw. Unter dem Dach von Help Refugees und L’Auberge des Migrants werden viele Spenden sortiert und verteilt: Kleidung, Hygiene-Artikel, Zelte und Camping-Ausrüstung, Küchenuntensilien… Außerdem haben sich in den letzten anderthalb Jahren mehrere Gruppen gegründet, die mittlerweile feste Größen vor Ort geworden sind. Sie kochen warme Mahlzeiten für die Refugees, packen Lebensmittelpakete zum Selber Kochen, kümmern sich um Feuerholz oder Zugang zu Informationen und Rechtsbeistand. All diese Organisationen verbinden praktische und pragmatische Unterstützung mit politischen Forderungen und Öffentlichkeitsarbeit. Es geht ihnen darum, die Menschen unmittelbar zu unterstützen, aber vor allem auch die Situation sichtbar zu machen und Druck auf Politik und Öffentlichkeit auszuüben. Ein weiteres Anliegen ist es, Spenden und Freiwillige zu koordinieren.

Help Refugees und L’Auberge des Migrants haben quasi die Schirmherrschaft über die Aktivitäten. Sie kümmern sich um die Non-Food-Items, die Koordination der Freiwilligen, mieten das Lagerhaus an, machen viel viel Öffentlichkeits-, Informations- und Social Media-Arbeit und haben sowohl gegen die beabsichtigte Schließung der Restaurants im “Dschungel” (August 2016, erfolgreich) und die Räumung des Camps (Oktober 2016, nicht erfolgreich) geklagt. Hier gibt es ein kleines Video https://youtu.be/GYI2gmjcGDI. Wenn ihr mehr wissen wollt, findet ihr weitere Infos hier http://www.helprefugees.org.uk/ und hier http://www.laubergedesmigrants.fr/.

In Calais haben sich folgende Gruppen und Organisationen gegründet, die wir unterstützen:

Refugee Community Kitchen (RCK) kocht täglich eine warme Mahlzeit bestehend aus Reis, Curry und Salat und hat damit ca. 2500 Menschen täglich im “Dschungel” sowie weitere in Dunkirk und die Freiwilligen im Warehouse unterstützt. Aktuell wird weiterhin für die Menschen in Dunkirk und die Freiwilligen gekocht. Eine mobile Küche und Essensausgabe ist in Vorbereitung. So sollen zukünftig auch kleinere neue Camps und Refugees in Obdachlosigkeit unterstützt werden können. Hier gibt es ein kleines Video https://vimeo.com/179487449 und hier geht’s zur Homepage von RCK  http://refugeecommunitykitchen.com/.

Calais Kitchens packt Lebensmittel-Pakete mit haltbaren Lebensmitteln zum Selber-Kochen und verteilt diese an Refugees. Bis zur Räumung wurden so an 7 Tagen die Woche ca. 10.000 Menschen in Calais und ca. 600 Menschen in Norrent Fontes versorgt. Nach der Räumung werden die Refugees in Norrent Fontes weiter versorgt, einige Menschen in Aufnahmezentren und Refugees, die sich derzeit verstecken. Die Pakete enthalten Grundnahrungsmittel, wie Reis, Linsen, Mehl, Zucker, Gewürze, Kidneybohnen und Kekse und geben nicht nur ein wenig Unabhängigkeit, sondern sind auch eine wichtige Ergänzung zu den ausgegebenen warmen Mahlzeiten. http://www.calaiskitchens.net

The Calais Woodyard arbeitet eng mit Calais Kitchens zusammen und kümmert sich um Feuer- und Heiz-Holz für die Refugees. Gespendetes und gesammeltes Alt-Holz wird im Woodyard zerkleinert und an die Camps ausgeliefert. Gerade jetzt im Winter besonders wichtig. Mehr gibt’s hier http://calaiswoodyard.com/.
Der Refugee Info Bus hat im “Dschungel” jeden Tag WLAN und Strom zum Handys Aufladen zur Verfügung gestellt. Zusätzlich gab es Informationen und Beratung zur Situation der Refugees und europäischem Asylrecht in verschiedenen Sprachen. Darüber hinaus dokumentiert der Refugee Info Bus die Lebensbedingungen der Geflüchteten und die Maßnahmen der Polizei und führt eigene Berichterstattung durch. Aktuell ist das Team des Refugee Info Bus weiterhin in Kontakt mit den Menschen, die nun in Aufnahmezentren in Frankreich untergebracht sind und sich entscheiden müssen, ob sie dort Asyl beantragen wollen. Perspektivisch wird der Bus wohl nach Griechenland weiterziehen. Hier gibt es ein Video https://www.facebook.com/RefugeeInf… und weitere Infos auch auf Twitter: https://twitter.com/RefugeeInfoBus.

Neben den genannten Gruppen und Organisationen sind viele weitere und unzählige Einzelpersonen vor Ort aktiv. Nicht zu vergessen, die Gruppen die vor allem in Großbritannien Spenden sammeln und für Aufmerksamkeit sorgen. Im Zuge der Räumung haben sich außerdem viele Französinnen und Franzosen vernetzt und unterstützen die Menschen in den Aufnahmezentren. Auch in Grande Synthe/Dünkirchen und in Paris läuft viel an Unterstützung. All diese Aktivitäten erfüllen Aufgaben, die eigentlich die öffentliche Hand übernehmen müsste. Sie springen ein, weil Staat(en) und Verwaltung(en) ihrer Verantwortung nicht nachkommen.

Wenn ihr Fragen habt, meldet euch auch gerne über unser Kontaktformular.