Schlechte Nachrichten aus Calais!

Aber auch ein paar wenige gute Neuigkeiten. Ein Update von unseren Freund*innen von L’auberge des migrants international.

Die Situation in Calais ist heute sehr schwierig: Mehrere Hunderte von Flüchtlingen sind Tag und Nacht unterwegs und versuchen, in Lastwagen zu steigen, versuchen, von der Polizei wegzulaufen, die sie die ganze Zeit jagt. Es ist regelmäßig zu sehen, wie die Polizei Flüchtlinge verfolgt, um sie in Gewahrsam zu nehmen.

Die Secours Catholique hat acht Duschen auf ihrem Grundstück installiert, aber die Polizei ist immer da, um die Flüchtlinge zu verhaften, wenn sie aus den Duschen kommen. L’Auberge des Migrants und Refugee Community Kitchen verteilen jeden Tag Mahlzeiten, indem sie in der ganzen Stadt unterwegs sind, aber die Stadt hält sie davon ab, es zu tun. Mit juristischen Mitteln, Versammlungen verbieten, wo immer Lebensmittelausgaben stattfinden. Sie haben die Bürgermeisterin offiziell um einen Verteilungsort gebeten, aber sie hat sich weigert. Deshalb, planen sie ab heute eine unberechtigte tägliche Verteilung zu einem festen Zeitpunkt an einem festen Ort, um zu versuchen, die Flüchtlinge zu versorgen, die in Calais und hungrig sind. Es wird schwierig…

Ein anderes Problem kommt auf sie zu: Als Versuch, die Versorgung mit Lebensmitteln zu stoppen, wurde die „Gesundheits- und Sicherheitskommission“ in das Lagerhaus geschickt, um die Küche zu untersuchen. Sie muss nun mit den Industriestandards konform gemacht werden und deshalb müssen Änderungen am Gebäude vorgenommen werden (z.B. sollen die Wände verputzt werden). Sie haben 3 Wochen Zeit, um einige der Änderungen zu machen, und 2 Monate, um die anderen zu machen. Wenn nicht, wird die Küche von den Behörden geschlossen… [Die Küche ist hygienisch, entspricht derzeit aber nicht den Anforderungen der Industriestandards.]

L’Auberge des Migrants und Refugee Community Kitchen brauchen dringend finanzielle Hilfe, um diese Änderungen vornehmen zu können und die in Calais anwesenden Flüchtlinge sowie die Flüchtlinge im Linière-Lager in Grande-Synthe (die Küche des Lagers dort hat am Samstag, wegen umfassender Probleme den Betrieb eingestellt).

BITTE SPENDET per paypal an laubergedesmigrants@hotmail.fr oder siehe unten, unsere Bankdaten (Foto).

Außerdem werden dringend Schlafsäcke, warme wasserdichte (Regen)Jacken in den Größen S und M, Kapuzenpullis und Jogginghosen und gute Wanderschuhe gebraucht! [Auch Helfer*innen vor Ort werden weiterhin gesucht. Egal, ob für einen Tag oder einen Monat. Das Helfen im Lagerhaus ist weiterhin legal und jede*r kann sich nützlich machen. Infos dazu auch bei Biscuits for Calais.]

Die guten Nachrichten: Wie die meisten von euch wissen, wurde den Leuten aus dem Dschungel seit Oktober versprochen, dass sie in Frankreich um Asyl bitten könnten, wenn sie im Kontext der Räumung in Busse gestiegen sind und dass sie nicht in das Dublin-Land geschickt würden (wo sie zum ersten Mal nach dem Erreichen Europas ihre Fingerabdrücke aufnehmen ließen). Allerdings haben wir beobachtet, dass dieses Versprechen von den Präfekturen fast aller Regionen Frankreichs nicht beachtet wurde… L’Auberge hat das letzte Jahr lang gekämpft, um dieses Versprechen durch eine Petition durchzusetzen, die viele von euch unterzeichnet haben, und durch Lobbyarbeit. Viele Freiwillige und Flüchtlinge kämpften auch in ganz Frankreich, indem sie Proteste organisierten. Wir haben endlich gewonnen: Vor zwei Wochen hat das Ministerium des Innern endgültig alle Präfekturen von Frankreich angewiesen, bei allen Flüchtlingen, die Calais mit dem Bus verlassen haben und nun in einem CAO leben, die in Frankreich Asyl beantragt haben, „Prozedur normale“ anzuwenden. Etwas bleibt abzuwarten, denn nicht alle Präfekturen sind mit dieser Anweisung zufrieden. Im Allgemeinen werten wir die Entwicklung aber als Fortschritt. Dennoch bleibt die Anweisung ungerecht: denn die Flüchtlinge, die Paris verlassen, profitieren nicht davon. Ein Grund, weiter zu kämpfen!

Danke für eure Unterstützung!

Bankverbindung